Es ist keine neue Erkenntnis, die mir immer häufiger kommt: Der Fachkräftemangel ist längst kein düsteres Zukunftsszenario mehr, sondern eine bittere Realität. Auch in der Produktion sowie konkret in der Produktionsplanung macht sich der Mangel an qualifizierten Fachkräften immer mehr bemerkbar. Ohne gut ausgebildetes und zufriedenes Personal werden Produktionsprozesse ineffizient, was zu Engpässen, Verzögerungen und höheren Kosten führt. Doch ist der Fachkräftemangel tatsächlich nur ein Risiko – oder könnte er Unternehmen auch dazu führen, neue, innovative Wege zu beschreiten und dabei ihre Planung sowie bestehende Fertigungsprozesse zu optimieren und dadurch wettbewerbsfähig zu bleiben?

Achtung, Spoiler: Ich bin der Meinung, dass der Fachkräftemangel uns auf vielen Ebenen Chancen bietet. Sowohl den einzelnen Unternehmen als auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland und Europa. Doch zuerst möchte ich einmal kurz die (sicherlich nicht unbekannten) Risiken, die der Fachkräftemangel vor allem für produzierende Unternehmen mit sich bringt, aufführen.

Fachkräftemangel – ein Problem mit weitreichenden Folgen: Statistiken zeigen, dass auch in der Produktionsplanung, wie eingehend von mir angemerkt, zahlreiche Stellen unbesetzt bleiben. Der „War for Talents“ hat die produzierende Industrie voll erfasst. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sind betroffen, da sie oft nicht die Ressourcen haben, um im Wettbewerb um die besten Köpfe mitzuhalten. Doch welche konkreten Risiken birgt der Fachkräftemangel in der Produktionsplanung eigentlich?

Risiken des Fachkräftemangels:

  1. Engpässe in der Produktion: Fehlende Planer können dazu führen, dass Produktionsprozesse suboptimal laufen. Dies verursacht Engpässe, die im schlimmsten Fall die gesamte Produktion lahmlegen. Ungeplante Maschinenstillstände, die Zunahme von Rüstvorgängen und damit einhergehende Ressourcenverschwendung sind häufige Folgen.
  2. Rückgang der Mitarbeiterzufriedenheit: Eine fehlerhafte und nicht vorrausschauende Produktionsplanung und das daraus wahrgenommene Chaos in der Produktion nagt an der Zufriedenheit der Mitarbeiter – über die Produktionsplanung hinaus. Die Mitarbeiter werden immer mehr abgelenkt von der eigentlichen Arbeit, die sie gerne durchführen. Unzufriedene Mitarbeiter bedeuten vor allem eines: Die eigentliche Effizienz in der Produktion geht drastisch zurück.
  3. Verzögerungen in der Lieferkette: Eine ineffiziente Planung führt zwangsläufig zu Verzögerungen in der Lieferkette. Kunden können nicht fristgerecht beliefert werden, was zu Unzufriedenheit und im schlimmsten Fall zum Verlust wichtiger Kunden führt. In einer Welt, in der in vielen Branchen „Just-in-Time“-Lieferungen und stark verkürzte Lagerdauern zur Norm geworden sind, kann das fatale Folgen haben.
  4. Kostenexplosion: Jeder Fehler in der Planung zieht in der Regel zusätzliche Kosten nach sich – sei es durch Überstunden, den Einsatz von teuren Ersatzlösungen oder Strafen für verspätete Lieferungen. Fehlende Fachkräfte machen es schwer, solche Fehler zu vermeiden und entstandene Fehler zu kompensieren.
  5. Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr: Unternehmen, die ihre Produktionsprozesse nicht im Griff haben, riskieren, im nationalen sowie globalen Wettbewerb zurückzufallen. In Zeiten, in denen Märkte immer stärker umkämpft sind, kann dies den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.

Chancen durch neue Strategien: Der Fachkräftemangel zwingt Unternehmen jedoch auch, ihre gewohnten Strategien zu überdenken und neue Wege zu gehen. Zwei besonders vielversprechende Ansätze haben sich dabei herauskristallisiert: das Outsourcing der Produktionsplanung und die Einführung spezialisierter Produktionsplanungssoftware.

1. Outsourcing der Produktionsplanung: Das Outsourcing von Unternehmensprozessen ist längst kein neues Konzept mehr, doch in der Produktionsplanung wird es bisher noch wenig genutzt. Dabei bietet es zahlreiche Vorteile, besonders in Zeiten des Fachkräftemangels.

Vorteile des Outsourcings:

Risiken beim Outsourcing: Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Dazu zählen die Abhängigkeit von externen Partnern und die Notwendigkeit, sensible Daten zu teilen. Vertrauen und klare vertragliche Vereinbarungen sind hier entscheidend, um reibungslose Abläufe sicherzustellen. Auch die Kommunikation muss stimmen, damit keine Missverständnisse entstehen.

2. Einführung einer Produktionsplanungssoftware: Eine alternative Strategie zur Bewältigung des Fachkräftemangels ist die Einführung einer spezialisierten Produktionsplanungssoftware (PPS) oder eines erweiterten Planungssystems (APS). Diese Tools sind darauf ausgelegt, Produktionsprozesse effizienter und transparenter zu gestalten.

Vorteile von Softwarelösungen:

Herausforderungen bei der Implementierung: Die Einführung einer neuen Software ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. Unternehmen müssen bereit sein, in die Implementierung und Schulung ihrer Mitarbeiter zu investieren. Zudem sollten bestehende Prozesse in Teilen an die neue Software angepasst werden, was Zeit und Ressourcen erfordert. Eine regelmäßige Aktualisierung und Anpassung der Software an neue Prozesse entlang der Wertschöpfungskette ist ebenfalls notwendig, um mit den sich ändernden Marktbedingungen Schritt zu halten.

Fazit: Der Fachkräftemangel in der Produktionsplanung stellt zweifellos ein großes Risiko dar. Doch wie so oft und auch anfangs von mir bereits erwähnt, birgt auch diese Herausforderung Chancen für Unternehmen, die bereit sind, neue Wege zu gehen. Ob durch Outsourcing oder den Einsatz moderner Softwarelösungen – Unternehmen haben heute mehr Möglichkeiten denn je, ihre Produktionsprozesse zu optimieren und sich zukunftssicher aufzustellen – also ein deutlicher Bruch mit dem „Das haben wir schon immer so gemacht!“. Der Schlüssel liegt meiner Meinung nach darin, die für das eigene Unternehmen passende Lösung zu finden und diese konsequent umzusetzen.

Letztlich geht es darum, den Fachkräftemangel nicht nur als Bedrohung zu sehen, sondern als Anstoß für Veränderung und Innovation. Mit den richtigen Maßnahmen kann der Mangel an Fachkräften sogar zur Chance werden, z. B. die eigene Produktionsplanung und damit auch die eigene Produktion auf das nächste Level zu heben.

Michael ist seit 2020 bei der tetys tätig, zu Beginn als Projektmanager und mittlerweile als Geschäftsführer. Er bringt seine Leidenschaft für Digitalisierung und komplexe Produktionsprozesse in die tägliche Arbeit ein und hat großen Spaß an den komplexen Fragen und deren Lösungen. Darüber hinaus ist er ein leidenschaftlicher Fußballfan – hierbei schlägt sein Fan-Herz für die schwarz-gelbe Region des Ruhrgebiets sowie die Heimatstadt der Beatles – und passionierter FIFA-Spieler. Keine Version seit FIFA 96 hat er verpasst. Trotz der Herausforderungen des Berufslebens und als zweifacher Vater findet er immer noch die Zeit, sich auf dem virtuellen Spielfeld zu beweisen.

Montagmorgen, 6:30 Uhr. Das Chaos beginnt.

Der Produktionsleiter sitzt mit seinem ersten Kaffee vor einem digitalen Berg aus Excel-Tabellen. Ein Mitarbeitender ist plötzlich krank, eine Maschine streikt, und der wichtigste Kunde hat am Freitagabend noch mal eben per Mail einen Auftrag vorgezogen. Jetzt heißt es, alles per Hand umzuplanen. Daran, den Kaffee zu genießen, ist nicht mehr zu denken.

Ganz anders sieht es in einem Unternehmen aus, das automatisierte Produktionsplanung einsetzt. Während der eine noch mühsam Zellen in Excel verschiebt, analysiert das System in Echtzeit die aktuelle Lage, schlägt optimale Lösungen vor und passt sogar Schichtpläne automatisch an. Fehlt Material für die Fertigung, wird dieses dem Einkauf auch noch direkt mitgeteilt. Das Ergebnis ist weniger Stress, schnellere Entscheidungen und eine höhere Effizienz – und der Kaffee wird definitiv nicht kalt.

Warum eine automatisierte Produktionsplanung unverzichtbar ist

Erstaunlicherweise verlassen sich immer noch viele Produktionsunternehmen bei der Produktionsplanung auf Excel, Whiteboards oder veraltete Systeme. Doch wer langfristig wettbewerbsfähig bleiben will, braucht eine Lösung, die mit der Realität in der Produktion Schritt hält – am besten in Echtzeit.

Bleiben Unternehmen bei dieser ohnehin schon unwirtschaftlichen und sehr fehleranfälligen Arbeitsweise, kommt ein weiteres großes Problem auf sie zu: der Fachkräftemangel. Erfahrene Produktionsplaner sind schwer zu finden, während die Anforderungen in der Fertigung immer weiter steigen. Automatisierte Lösungen entlasten das Team und sorgen für stabile Abläufe, selbst wenn es zu personellen Engpässen kommt.

Darüber hinaus sind die Kundenanforderungen in den letzten Jahren immer dynamischer geworden. Kürzere Lieferzeiten, kleinere Losgrößen und plötzliche Änderungen gehören heute zum Alltag. Unternehmen müssen schneller und flexibler reagieren als vor 10 Jahren, doch mit manuellen Planungssystemen stoßen sie dabei oft an ihre Grenzen.

Ein weiterer Stolperstein für eine effiziente und nachhaltige Planung der Produktion ist die begrenzte Leistungsfähigkeit von Excel. Zwar ist es ein mächtiges Tool, doch es wurde nicht für die komplexe Produktionsplanung entwickelt. Änderungen müssen mühsam per Hand eingetragen werden, und Abhängigkeiten zwischen Maschinen, Personal und Material lassen sich kaum in Echtzeit abbilden – darüber hinaus ist die Planung mit Excel neutral betrachtet mit steigender Komplexität immer fehleranfälliger.

Die Lösung für all diese Herausforderungen liegt in einer intelligenten und (teil-) automatisierten Produktionsplanung, die alle relevanten Faktoren in Sekunden analysiert, verschiedene Szenarien berechnet und Engpässe frühzeitig erkennt.

So gelingt der Umstieg – Schritt für Schritt

Der Wechsel von einer manuellen zu einer automatisierten Produktionsplanung klingt zunächst aufwendig, doch wenn Unternehmen strukturiert vorgehen, wird er überschaubar und planbar.

Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme. Hierbei wird analysiert, welche Bereiche der Produktionsplanung noch manuell ablaufen und wo regelmäßig Probleme auftreten. Besonders häufige Schwachstellen sind kurzfristige Änderungen, Personalengpässe oder eine ineffiziente Nutzung von Maschinen. Auch bestehende Systeme wie ERP- oder MES-Lösungen sollten idealerweise in diese Analyse einbezogen werden. Idealerweise optimiert man im Anschluss an diese Phase noch den ein oder anderen Ist-Prozess.

Im zweiten Schritt folgt eine schrittweise Automatisierung. Es ist nicht notwendig, sofort das gesamte System umzustellen. Viele Unternehmen starten mit einzelnen Teilbereichen. Automatisierte Lösungen sorgen für optimierte Maschinenbelegungen und damit für einen deutlichen Rückgang bei den Rüstkosten und verhindern Engpässe. Auch die Schichtplanung lässt sich optimieren, um Stillstandzeiten auf Grund von fehlenden Maschinenbedienern oder Einrichtern zu reduzieren. Moderne Algorithmen helfen also insgesamt dabei, die Kapazitäten der Maschinen bestmöglich auszulasten wobei hierbei alle relevanten Faktoren berücksichtigt werden.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die dynamische Auftragsplanung. Automatisierte Systeme erkennen Engpässe frühzeitig und schlagen Alternativen vor, um Verzögerungen zu vermeiden.

Ein modernes Planungstool sollte sich zudem nahtlos in die bereits bestehende Systemlandschaft integrieren. Wenn ERP- und MES-Systeme miteinander kommunizieren, entstehen Datenflüsse in Echtzeit, die eine flexible und dynamische Planung ermöglichen.

Eine erfolgreiche Einführung hängt nicht nur von der Technologie ab, sondern auch von den Menschen, die mit ihr arbeiten. Automatisierung bedeutet nicht, dass der Mensch überflüssig wird. Im Gegenteil: Planer und Disponenten erhalten bessere Werkzeuge, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Entscheidend für eine reibungslose Umstellung ist es, die Mitarbeiter frühzeitig einzubeziehen und durch gezielte Schulungen mit dem neuen System vertraut zu machen sowie Akzeptanz zu schaffen.

Verschiedene Wege zur automatisierten Produktionsplanung

Unternehmen, die ihre Produktionsplanung automatisieren möchten, haben mehrere Möglichkeiten: Entweder sie setzen eine eigene Planungssoftware ein oder sie nutzen eine flexible Dienstleistungslösung.

Die klassische Lösung besteht in der Einführung einer spezialisierten Produktionsplanungssoftware wie FEKOR. Hierbei wird das System individuell konfiguriert und fest in den Produktionsprozess integriert. Der Prozess beginnt mit einer Workshop-Phase, in der alle relevanten Planungsparameter definiert werden. Anschließend wird die Software gemäß den Anforderungen konfiguriert und getestet. Nach erfolgreicher Implementierung steht dem Unternehmen ein leistungsfähiges Werkzeug zur Verfügung, mit dem es die Produktionsplanung selbstständig optimieren kann.

Diese Lösung eignet sich besonders für Unternehmen, die langfristig ihre eigene Planung im Haus behalten möchten und über geschultes Personal verfügen, das die Software effizient nutzen kann.

Eine Alternative dazu ist tetys planning flex, ein Service, bei dem die Produktionsplanung als Dienstleistung übernommen wird. Unternehmen müssen keine Software kaufen oder intern Expertise aufbauen, sondern können flexibel auf eine externe Lösung zugreifen. Die Planung wird durch erfahrene Experten übernommen, die auf ein leistungsfähiges Planungssystem zurückgreifen und die Prozesse entsprechend den individuellen Anforderungen optimieren.

Diese Lösung eignet sich insbesondere für Unternehmen, die entweder keine eigene Planungsabteilung haben oder aufgrund von Fachkräftemangel Schwierigkeiten mit der internen Produktionsplanung haben. Durch das Outsourcing der Planung sparen Unternehmen Zeit und Kosten, während sie gleichzeitig von einer professionellen, automatisierten Produktionsplanung profitieren.

Fazit: Wer nicht automatisiert, verliert

Manuelle Planung war vorgestern. Unternehmen, die ihre Produktionsplanung automatisieren, gewinnen Zeit, senken ihre Kosten und steigern ihre Effizienz, was schlussendlich auch die Wettbewerbsfähigkeit steigert.

Die gute Nachricht ist, dass der Umstieg einfacher ist, als viele denken. Wer eine eigene Softwarelösung sucht, kann mit FEKOR ein leistungsstarkes Planungssystem in die Produktion integrieren. Wer hingegen flexibel bleiben möchte oder nicht die Kapazitäten für eine eigene Planungsabteilung hat, kann mit tetys planning flex eine maßgeschneiderte Dienstleistung nutzen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wer heute die Weichen stellt, sichert sich langfristig einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Cockpit eines Flugzeugs – ohne Navi, Autopilot und klaren Plan. Sie fliegen nach Sicht, improvisieren bei jedem Wetterwechsel und hoffen auf eine sichere Landung. Klingt riskant? Genau so geht es Herstellern die ihre Produktionsplanung vernachlässigen oder manuell arbeiten – das passiert täglich oft in der Industrie. Ein Missverständnis beseitigen wir hier: Dieses Problem betrifft kleine Firmen genauso wie große Konzerne.
Produktionsplanung ist das Herz jedes Unternehmens mit eigener Herstellung. Sie gibt den Takt vor und synchronisiert alles – vom Rohmaterial bis zum fertigen Produkt. Ohne solides System oder mit manuellen Methoden wird Produktionsplanung schnell ein Glücksspiel.

Die Herausforderungen der manuellen Produktionsplanung

In vielen Fertigungsunternehmen erledigt man die Produktionsplanung noch immer manuell. Oft kommen Excel-Tabellen zum Einsatz, die über Jahre gewachsen sind, oder handschriftliche Pläne, die wöchentlich aktualisiert werden. Auf den ersten Blick wirkt diese Methode praktisch und kostengünstig. Doch bei genauerem Hinsehen zeigen sich deutliche Schwächen. Manuelle Planung stößt schnell an Grenzen, besonders in modernen und komplexen Produktionsumgebungen. Die Produktionslinien müssen flexibel bleiben, um mit der steigenden Produktvielfalt mitzuhalten.
Gleichzeitig erwarten Kunden kürzere Lieferzeiten und konstant hohe Qualität. Dazu kommen interne Herausforderungen wie die optimale Auslastung von Maschinen und Personal sowie die Koordination von Materialflüssen.

Ohne digitale Unterstützung wird es schwierig, diese Anforderungen zu vereinen. Planungsfehler, falsche Priorisierungen oder übersehene Engpässe können weitreichende Folgen haben. Oft fehlt auch die nötige Transparenz: Welche Maschinen stehen still? Wo fehlen Materialien? Wie ist der aktuelle Stand der Fertigung? Manuelle Methoden liefern selten verlässliche Antworten auf solche Fragen und schon gar nicht in der heute erforderlichen Geschwindigkeit.

Die Konsequenzen von Planungsfehlern

Planungsfehler in der Produktion zeigen schnell ihre Auswirkungen auf mehreren Ebenen. Ein typisches Beispiel sind Produktionsstillstände. Ohne vorausschauende Planung kommt es oft vor, dass eine Maschine stillsteht, weil ein benötigtes Teil fehlt oder ein Werkzeug nicht rechtzeitig bereitsteht. Solche Stillstände sind nicht nur ärgerlich, sondern kosten auch Geld.
Verzögerungen in der Fertigungskette haben ebenfalls schwerwiegende Folgen. Ein verspäteter Fertigungsauftrag bringt den Zeitplan durcheinander und kann dazu führen, dass Kundenbestellungen zu spät ankommen. Das beeinträchtigt langfristig die Kundenbeziehung und das Ansehen des Unternehmens. Letztendlich hängt jede Produktion davon ab, dass die Kunden zufrieden sind und erneut bestellen.

Zusätzlich zu den direkten Konsequenzen entstehen auch versteckte Kosten durch Planungsfehler. Dazu gehören teure Nacharbeiten, wenn ein Auftrag unter Zeitdruck fertiggestellt werden musste. Auch die Notwendigkeit, zusätzliche Schichten einzulegen, um verpasste Termine aufzuholen, zählt dazu. All das belastet das Budget eines Unternehmens und mindert seine Wettbewerbsfähigkeit.

Der Einfluss des Fachkräftemangels

Der Fachkräftemangel verschärft die Herausforderungen der manuellen Produktionsplanung erheblich. In vielen Unternehmen stehen die erfahrensten Planer kurz vor der Rente. Diese Mitarbeiter besitzen oft ein über Jahre aufgebautes, tiefes Verständnis für die Produktionsprozesse. Verlässt dieser Personenkreis das Unternehmen, geht ihr Wissen häufig verloren. Gleichzeitig gestaltet sich die Suche nach qualifiziertem Nachwuchs schwierig, um diese Lücke zu schließen. Die Planung erfordert sowohl technisches Know-how als auch Erfahrung im Umgang mit spezifischen Herausforderungen der Produktion. Dazu gehören etwa die Priorisierung von Aufträgen oder das Berücksichtigen von Maschinenkapazitäten. Für die verbleibenden Mitarbeiter entsteht dadurch enormer Druck. Sie müssen häufig Aufgaben außerhalb ihres Aufgabenbereiches übernehmen und haben dabei einen Mangel an Werkzeugen. Dies führt nicht nur zu Überlastung, sondern erhöht auch die Fehlerquote. Daraus folgt, dass die ohnehin schon angespannte Situation in der Planung noch schwieriger wird.

Die verpassten Chancen der Digitalisierung

Viele Unternehmen setzen weiterhin auf manuelle Methoden, während andere bereits die Möglichkeiten und Vorteile von Digitalisierung nutzen. Mit digitalen Planungstools kann man beispielsweise alle relevanten Daten in Echtzeit erfassen und auswerten. Dies ermöglicht nicht nur eine präzisere Planung, sondern auch mehr Kontrolle über die Produktionsprozesse. Für Unternehmen, die komplett auf digitale Lösungen verzichten, besteht die Gefahr den Anschluss zu verlieren. Ohne neue Planungstechnologien fehlt es oft an Flexibilität bei Veränderungen und möglichen Anpassungen bei Materialverfügbarkeit.

Darüber hinaus kann die manuelle Planung die Innovationskraft eines Unternehmen bremsen, denn wenn ständig auf kurzfristige Probleme reagiert werden muss, sind die Kapazitäten um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln beschränkt.

Fazit: Die Uhr tickt

Unternehmen, die ihre Produktionsplanung weiter manuell betreiben oder gar vernachlässigen, setzen ihre Effizienz, ihre Wettbewerbsfähigkeit und letztlich ihre Existenz aufs Spiel, denn die moderne Produktionswelt ist zu schnelllebig und zu komplex. Doch es gibt Hoffnung: Im nächsten Beitrag dieser Reihe werfen wir einen Blick darauf, wie moderne Produktionsplanung Unternehmen nicht nur entlastet, sondern ihnen auch einen klaren Wettbewerbsvorteil verschafft.

Es ist keine neue Erkenntnis, die mir immer häufiger kommt: Der Fachkräftemangel ist längst kein düsteres Zukunftsszenario mehr, sondern eine bittere Realität. Auch in der Produktion sowie konkret in der Produktionsplanung macht sich der Mangel an qualifizierten Fachkräften immer mehr bemerkbar. Ohne gut ausgebildetes und zufriedenes Personal werden Produktionsprozesse ineffizient, was zu Engpässen, Verzögerungen und höheren Kosten führt. Doch ist der Fachkräftemangel tatsächlich nur ein Risiko – oder könnte er Unternehmen auch dazu führen, neue, innovative Wege zu beschreiten und dabei ihre Planung sowie bestehende Fertigungsprozesse zu optimieren und dadurch wettbewerbsfähig zu bleiben?

Achtung, Spoiler: Ich bin der Meinung, dass der Fachkräftemangel uns auf vielen Ebenen Chancen bietet. Sowohl den einzelnen Unternehmen als auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland und Europa. Doch zuerst möchte ich einmal kurz die (sicherlich nicht unbekannten) Risiken, die der Fachkräftemangel vor allem für produzierende Unternehmen mit sich bringt, aufführen.

Fachkräftemangel – ein Problem mit weitreichenden Folgen: Statistiken zeigen, dass auch in der Produktionsplanung, wie eingehend von mir angemerkt, zahlreiche Stellen unbesetzt bleiben. Der „War for Talents“ hat die produzierende Industrie voll erfasst. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sind betroffen, da sie oft nicht die Ressourcen haben, um im Wettbewerb um die besten Köpfe mitzuhalten. Doch welche konkreten Risiken birgt der Fachkräftemangel in der Produktionsplanung eigentlich?

Risiken des Fachkräftemangels:

  1. Engpässe in der Produktion: Fehlende Planer können dazu führen, dass Produktionsprozesse suboptimal laufen. Dies verursacht Engpässe, die im schlimmsten Fall die gesamte Produktion lahmlegen. Ungeplante Maschinenstillstände, die Zunahme von Rüstvorgängen und damit einhergehende Ressourcenverschwendung sind häufige Folgen.
  2. Rückgang der Mitarbeiterzufriedenheit: Eine fehlerhafte und nicht vorrausschauende Produktionsplanung und das daraus wahrgenommene Chaos in der Produktion nagt an der Zufriedenheit der Mitarbeiter – über die Produktionsplanung hinaus. Die Mitarbeiter werden immer mehr abgelenkt von der eigentlichen Arbeit, die sie gerne durchführen. Unzufriedene Mitarbeiter bedeuten vor allem eines: Die eigentliche Effizienz in der Produktion geht drastisch zurück.
  3. Verzögerungen in der Lieferkette: Eine ineffiziente Planung führt zwangsläufig zu Verzögerungen in der Lieferkette. Kunden können nicht fristgerecht beliefert werden, was zu Unzufriedenheit und im schlimmsten Fall zum Verlust wichtiger Kunden führt. In einer Welt, in der in vielen Branchen „Just-in-Time“-Lieferungen und stark verkürzte Lagerdauern zur Norm geworden sind, kann das fatale Folgen haben.
  4. Kostenexplosion: Jeder Fehler in der Planung zieht in der Regel zusätzliche Kosten nach sich – sei es durch Überstunden, den Einsatz von teuren Ersatzlösungen oder Strafen für verspätete Lieferungen. Fehlende Fachkräfte machen es schwer, solche Fehler zu vermeiden und entstandene Fehler zu kompensieren.
  5. Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr: Unternehmen, die ihre Produktionsprozesse nicht im Griff haben, riskieren, im nationalen sowie globalen Wettbewerb zurückzufallen. In Zeiten, in denen Märkte immer stärker umkämpft sind, kann dies den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.

Chancen durch neue Strategien: Der Fachkräftemangel zwingt Unternehmen jedoch auch, ihre gewohnten Strategien zu überdenken und neue Wege zu gehen. Zwei besonders vielversprechende Ansätze haben sich dabei herauskristallisiert: das Outsourcing der Produktionsplanung und die Einführung spezialisierter Produktionsplanungssoftware.

1. Outsourcing der Produktionsplanung: Das Outsourcing von Unternehmensprozessen ist längst kein neues Konzept mehr, doch in der Produktionsplanung wird es bisher noch wenig genutzt. Dabei bietet es zahlreiche Vorteile, besonders in Zeiten des Fachkräftemangels.

Vorteile des Outsourcings:

Risiken beim Outsourcing: Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Dazu zählen die Abhängigkeit von externen Partnern und die Notwendigkeit, sensible Daten zu teilen. Vertrauen und klare vertragliche Vereinbarungen sind hier entscheidend, um reibungslose Abläufe sicherzustellen. Auch die Kommunikation muss stimmen, damit keine Missverständnisse entstehen.

2. Einführung einer Produktionsplanungssoftware: Eine alternative Strategie zur Bewältigung des Fachkräftemangels ist die Einführung einer spezialisierten Produktionsplanungssoftware (PPS) oder eines erweiterten Planungssystems (APS). Diese Tools sind darauf ausgelegt, Produktionsprozesse effizienter und transparenter zu gestalten.

Vorteile von Softwarelösungen:

Herausforderungen bei der Implementierung: Die Einführung einer neuen Software ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. Unternehmen müssen bereit sein, in die Implementierung und Schulung ihrer Mitarbeiter zu investieren. Zudem sollten bestehende Prozesse in Teilen an die neue Software angepasst werden, was Zeit und Ressourcen erfordert. Eine regelmäßige Aktualisierung und Anpassung der Software an neue Prozesse entlang der Wertschöpfungskette ist ebenfalls notwendig, um mit den sich ändernden Marktbedingungen Schritt zu halten.

Fazit: Der Fachkräftemangel in der Produktionsplanung stellt zweifellos ein großes Risiko dar. Doch wie so oft und auch anfangs von mir bereits erwähnt, birgt auch diese Herausforderung Chancen für Unternehmen, die bereit sind, neue Wege zu gehen. Ob durch Outsourcing oder den Einsatz moderner Softwarelösungen – Unternehmen haben heute mehr Möglichkeiten denn je, ihre Produktionsprozesse zu optimieren und sich zukunftssicher aufzustellen – also ein deutlicher Bruch mit dem „Das haben wir schon immer so gemacht!“. Der Schlüssel liegt meiner Meinung nach darin, die für das eigene Unternehmen passende Lösung zu finden und diese konsequent umzusetzen.

Letztlich geht es darum, den Fachkräftemangel nicht nur als Bedrohung zu sehen, sondern als Anstoß für Veränderung und Innovation. Mit den richtigen Maßnahmen kann der Mangel an Fachkräften sogar zur Chance werden, z. B. die eigene Produktionsplanung und damit auch die eigene Produktion auf das nächste Level zu heben.